VBKÖ – Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs

© isabel prade / @isaprae

Refusing Rehearsing Resisting

Die VBKÖ, Vereinigung bildender Künstler*innen Österreichs, lädt zu Einreichungen für ihr Jahresprogramm von März 2027 bis Februar 2028 ein.

Wir erleben auf der ganzen Welt das Wiederaufkommen von Autoritarismus, Faschismus, Militarisierung, kolonialer Gewalt und eine Intensivierung des extraktiven Kapitalismus. Gleichzeitig wird Care-Arbeit zunehmend privatisiert, Solidarität kriminalisiert und Differenz als Gefahr wahrgenommen. Es wird uns gesagt, es gäbe keine Alternativen.

María Galindo erinnert uns daran, dass der Feminismus nicht lediglich ein Projekt über Frauenrechte ist, sondern ein Projekt der sozialen Transformation, während Sara Ahmed betont, dass feministische Arbeit oft mit Verweigerung beginnt: sich weigern, die Welt so zu akzeptieren, wie sie ist.

Im Sinne dieser feministischen, queeren, anti-rassistischen, anti-kolonialen und anti-autoritären Traditionen glauben wir, dass eine andere Form des Lebens und Handelns nicht etwas ist, was auf uns wartet. Es ist etwas, was wir gemeinsam durch die Art und Weise erproben, wie wir uns organisieren, wie wir schaffen, wie wir füreinander Sorgen tragen, wie wir einander zuhören, uns erinnern und kämpfen. In einem Moment, da Ungleichheiten sich durch die kontinuierliche Extraktion von Land, Körpern und Arbeit vertiefen, wird feministische Praxis zu einem Weg, diese Strukturen sichtbar zu machen, während sie zugleich auch andere Handlungsweisen entwirft.

Wir haben vor, ein Programm zusammenzustellen, das kommunale Fürsorge nährt und eine Plattform für kollektive Proben schafft, um alternative Formen von Zukunft und andere Weisen des Zusammenlebens zu imaginieren.

Wir suchen Beiträge, die Zärtlichkeit zulassen, keine Angst vor hässlichen Gefühlen oder anderen Wahrheiten haben. Wir begrüßen Projekte, die reflektieren, wie zeitgenössische queere und feministische Perspektiven sich auf künstlerische, soziale oder politische Bewegungen auswirken.

Wir freuen uns über Beiträge für Ausstellungsformate, die verschiedene Künstler*innen, Kollektive und kollaborative Praktiken zusammenbringen. Zudem begrüßen wir Vorschläge, die die Ausstellung durch verschiedene öffentliche Programme wie Screenings, Performances, Workshops, Vorträge oder Veranstaltungen aktivieren. Solo-Ausstellungen, individuelle Präsentationsformate oder Projekte, die sich auf die Arbeit eines Künstlers*einer Künstlerin beziehen, werden nicht unterstützt.

Obwohl die VBKÖ 1910 als ein feministischer Verein gegründet wurde, ist ihre Geschichte auch durch Gewalt, Ausschluss und Diskriminierung gegenüber Individuen und Gemeinschaften auf Grundlage ihrer Religion, ihrer Klasse, ihres Genders, ihrer Sexualität und Ethnizität gekennzeichnet. Im Bewusstsein der eigenen Geschichte, hat sich die VBKÖ transformiert und kämpft aktiv gegen jegliche Form der Diskrimierung, einschließlich gegen trans*exklusiven Radikalfeminismus. Wir stehen Seite an Seite mit unseren Gemeinschaften von Künstler*innen und Kulturschaffenden, um verschiedene Formen von Wissen und unterschiedliche Praktiken miteinander auszutauschen.

Was wir bieten 
  • Budget: Die VBKÖ unterstützt jedes Projekt mit einer Summe von EUR 4,000, die sowohl die Künstler*innenhonorare als auch die Produktionskosten umfasst. Dieses Budget kann daher für Honorare, Materialien, Arbeit, Produktion, Transport und andere projektrelevante Ausgaben genutzt werden.
    *Falls Teilnehmer*innen außerhalb Wiens wohnen, müssen Reise- und Aufenthaltskosten, Versand oder etwaige andere Ausgaben im Projektbudget inkludiert oder mittels weiterer Förderungen abgedeckt werden. Die VBKÖ kann Einladungen und Empfehlungsschreiben bereitstellen, um Bewerbende beim Ansuchen von externen Förderungen zu unterstützen, falls die Kosten das zur Verfügung gestellte Projektbudget überschreiten sollten.
  • Räume und eine gemeinsame Küche (siehe den Raumplan). 
  • Grafische Gestaltung des Online-Werbematerials, Pressemitteilung und fotografische Dokumentation
  • Technische Unterstützung beim Set-up (max. 10 Stunden)
    *Die ausgewählten Gruppen müssen sich um den Auf- und Abbau der Ausstellung kümmern.
  • Technische Ausstattung (siehe die angefügte Technikliste).
  • Die regulären Öffnungszeiten sind freitags und samstags, zwischen 14:00 und 18:00 Uhr. Falls die Ausstellung auch außerhalb dieser Uhrzeiten zugänglich sein soll, müssen sich die ausgewählten Gruppen selbst um die Organisation und die Aufsicht an den zusätzlichen Termine kümmern.
  • Mögliche Dauer des Programms: 4 bis 6 Wochen  (Das Projekt muss zwischen März 2027 und Februar 2028 stattfinden)
Der Auswahlprozess

Das Team der VBKÖ erstellt eine Shortlist, aus der durch den VBKÖ-Vorstand und durch ein externes Jury-Mitglied, das über fundierte internationale Erfahrung im Bereich der zeitgenössischen Kunst, des Aktivismus und der Gemeinschaftsorganisation verfügt, die finalen Projekte ausgewählt werden.

Wir bitten um Beachtung der Richtlinien und Anforderungen, unvollständige Bewerbungen werden nicht berücksichtigt. Falls notwendig, werden Bewerber*innen eingeladen, um der Jury ihre Vorschläge persönlich vorzustellen. Die ausgewählten Projekte werden Anfang Oktober 2026 bekannt gegeben.

Was wir benötigen
  • Eine Beschreibung des Vorhabens (max. 2 Seiten, inkl. Bilder, wenn vorhanden). Projektvorschläge können auf Englisch oder Deutsch verfasst werden und müssen den bevorzugten Zeitraum und die Dauer der Ausstellung angeben.
  • Ein CV und eine Biografie von allen Personen, die Teil des Projektes sind (max. 1 Seite pro Person).  
  • Einen Finanzierungsplan: Wir empfehlen die Planung des Budgets auf Basis der Fair Pay-Richtlinien.
  • Technische Anforderungen
  • 3 Bilder in hoher Auflösung von Arbeiten oder Skizzen für die Ausstellung (bei Videodateien müssen die Links in den Bewerbungsunterlagen inkludiert sein)
  • Daten einer Kontaktperson (E-mail & Telefonnummer, Hauptwohnsitz) 

Alle Materialien müssen in einem einzigen PDF zusammengefasst (max. 5 MB) an opencall@vbkoe.org mit dem Betreff: Open Call + Projekttitel gesendet werden. Die Bilder in hoher Auflösung können in derselben Email verschickt oder mittels eines Download-Links zur Verfügung gestellt werden (Benennung der Bilder: Name des*der Künstler*in, Titel des Kunstwerks, Jahr, Projekttitel der Einreichung).

Deadline: 10. September 2026, 23:59

Fragen können an info@vbkoe.org gerichtet werden.

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