Nothing Less! 100 Jahre Frauenwahlrecht

Mit:Bernadette Anzengruber, Amanda Gutierrez, Marlene Haring, Zosia Hołubowska, Christa Joo Hyun D’Angelo, Lena Rosa Händle, Jorun Jonasson, Adele Knall, Annja Krautgasser, Marte Kiessling, Nadine Lemke, Mika Maruyama, Marina Markovic, Barbis Ruder, Käthe Schönle, Stefanie Seibold, Ekaterina Shapiro-Obermair, Starsky, Alexandra Tatar, Aiko Kazuko Kurosaki, DaniellePamp, Petra Paul, Faith Wilding, and Hui Ye

Nothing Less! 100 Jahre FrauenwahlrechtWir stehen auf den Schultern von starken Frauen*! Frauenrechte mögen heute selbstverständlich erscheinen, sie wurden von Frauen auf der ganzen Welt jedoch hart erkämpft: vom Frauenwahlrecht, ihrer Bildung, dem Besitz ihrer eigenen Körper, bis zur Gleichstellung von Männern und Frauen in der Arbeitswelt und die Liste geht weiter. Unsere Vorfahrinnen haben seit dem Ende des 19. Jahrhunderts für diese Rechte gekämpft; sie haben ihre Stimme erhoben und auf den Straßen demonstriert; sie haben sich für Gleichberechtigung am Arbeitsplatz eingesetzt und, sie sind auf vielen Ebenen erfolgreich gewesen. Es gibt keinen Weg zurück. So würden wir zumindest denken…Während wir dieses Jahr das 100-jährige Jubiläum des Frauenwahlrechts in Österreich feiern, erleben wir auch die Rücknahme von Unterstützung von Frauen durch eine konservative Politik sowie einen Rückschritt in Bezug auf Gleichberechtigung und andere frauenbezogene Anliegen: 2018 sind weibliche Beschäftigte weit davon entfernt, gleiche Bezahlung zu erhalten; (Kunst-) Institutionen mit feministischen Agenden werden durch finanzielle Kürzungen schikaniert; (queere) Künstlerinnen sind in Ausstellungen und auf dem Kunstmarkt immer noch unterrepräsentiert; und wiederum geht die Liste weiter. Somit bleiben einige Fragen offen: Wird der Kampf der Frauen jemals aufhören? Wie können wir sicherstellen, dass die bereits gewonnenen Rechte nicht verloren gehen? Und wofür werden die nächsten Generationen kämpfen müssen?

Nothing Less!  will an feministische Errungenschaften erinnern und hinterfragen, was Frauenrechte heute ausmachen. Wir fordern nichts weniger als das, was bereits erkämpft wurde, als das, was bereits erreicht wurde, als das, worauf wir uns bereits festgelegt haben. Wir wollen auf dem Weg voranschreiten, den unsere Vorfahrinnen geebnet haben und streben danach, eine ausgeglichene Gesellschaft für die kommenden Generationen zu hinterlassen.Die Ausstellung wird von einem öffentlichen Programm begleitet, das von Vorträgen und Performances hin zu Clichée-hinterfragenden-Debatten reicht. In enger Zusammenarbeit mit Künstlerinnen, Kuratorinnen, Schriftstellerinnen, Kulturproduzentinnen und Aktivist_innen wird die Ausstellung eine aktive Rolle in der Diskussion über das Frauenwahlrecht, Geschlechtergleichheit und (queer-)feministische Kunst spielen. Im Rahmen eines open calls haben die Kuratorinnen eingeladen Vorschläge zu machen, die mit den oben aufgeworfenen Fragen korrespondieren und anschließend Werke und Projekte ausgewählt, die ein breites Spektrum an Genderthemen ansprechen. 

Nothing Less! spiegelt somit die Vielfalt der Interpretationen und Meinungen zu Frauenrechten der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wider. Darüber hinaus ist die Ausstellung selbst eine Darstellung des Status quo unserer Kulturszene und ihres prekären Arbeitsumfeldes, da die teilnehmenden Künstlerinnen, Kuratorinnen, Projektpartner_innen und VBKÖ-Mitgliederinnen für ihre Arbeit an der Ausstellung nicht bezahlt werden. Alle Beteiligten spenden ihre Zeit, Energie, Wissen und Expertise.“Nothing Less!“ dient als Weckruf für diejenigen, die Frauenrechte und kulturelle Produktion als selbstverständlich ansehen!

Aline Lara Rezende und Julia Hartmann, die Gründerinnen von SALOON Wien – einem internationalen Netzwerk von Frauen in der Kunstwelt – kuratieren die Ausstellung in der VBKÖ – dem österreichischen Künstlerinnenverband – der eine wichtige Geschichte der Emanzipation in sich trägt. Seit 1912 spielt die VBKÖ eine große Rolle bei der Präsentation und Unterstützung von Künstlerinnen in Wien und hat viele geschlechtsspezifische Gruppenausstellungen organisiert.
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