Jahresprogramm 2016

2016 :

wird die VBKÖ ihren Fokus auf post/dekolonial-feministische Verhandlungen hegemonial-feministischer Praxen richten, die auch innerhalb der Geschichte(n) der Vereinigung zu finden sind. Wie kann die Pluralität der post/dekolonialen feministischen Perspektive hervorgehoben werden? Wie können Ansätze und Praxen aus unterschiedlichen Sprach- und geopolitischen Räumen in einen produktiven Dialog gebracht werden? Wie können dabei die Gefahren und Verlockungen der Appropriation nicht aus den Augen verloren werden? Wie kann ein kreativ-kritischer Umgang mit kolonialen Kontinuitäten und unterschiedlichen Formen von Ausschlüssen im künstlerischen Alltag gefunden werden?

Vor dem Hintergrund der aktuellen europäischen Flüchtlingskrise, die, wie Angela Davis klarstellt, eine der Folgen des Kolonialismus ist, erscheint es uns unverzichtbar diese Fragen anzugehen. Es ist dringend notwendig, sich mit den eigenen Privilegien auseinanderzusetzen, und die kleinen und größeren Möglichkeiten grenzüberschreitender Allianzen zu diskutieren. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei gegen gängige Ausschlußmechanismen anzuarbeiten und über Strukturen nachzudenken, die den Neuankommenden ein selbstbestimmtes Handeln ermöglichen.