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2. Kunstmarkt Am Schöpfwerk
TeilnehmerInnen:ANRONVIAGDPIOVSA/2007, Brandon LaBelle, Dominique, GirlsOnHorses, Mai Gogishvilli, Rene H., Reni Hofmüller, Biggi Holzwarth, kampolerta, Maiken Kloser, Kulturdrogerie, Thomas Northoff, Ferry Rodinger, SambAttac, Anna WittKunstmarktspenden:Linda Bilda, Carla Cruz, Veronika Dirnhofer, Hilde Fuchs, Nina Höchtl, LILA, Karin Sulimma, trans/gender, Mounty R. P. Zentara uvm.Programm:14.00 Eröffnung mit SambAttac15.00 Thomas Northoff: "Was wir sagen, wenn niemand zuhört. Führung zu Botschaften in TextGraffiti" 17.00 kampolerta: Intervention 17:30 Ferry Rodinger: "Mein Schöpfwerk", Führung durch die Schöpfwerkanlage 19.00 Die Insel, Drogerie Das Schöpfwerk, wo der KUNSTMARKT initiiert wird, ist eine Wiener Stadtrandsiedlung, die als "sozialer Brennpunkt" bezeichnet wird. Im unmittelbaren Einzugsbereich leben in vier Gemeindebauten annähernd 8.000 BewohnerInnen. Es ist eine mittlere Kleinstadt mit einer multikulturellen urbanen Gemeinschaft, in der etwa 20 verschiedene Muttersprachen gesprochen werden. Ein guter Teil der Bevölkerung bezieht niedrige Einkommen, Sozial- und Wohnbeihilfe, ohne die für sie das Leben im Gemeindebau nicht leistbar wäre. Es gibt Am Schöpfwerk ausreichend Anlass zu innovativer soziokultureller Arbeit, um die spürbaren Tendenzen der Ausgrenzung und gesellschaftlichen Spaltung mit den Betroffenen zu reflektieren und mit ihnen Beteiligungsmöglichkeiten zu erarbeiten, damit sie ihre Lebensqualität in der Gegenwart und der Zukunft nachhaltig mitgestalten. An diesem Punkt setzt der KUNSTMARKT mit seinem innovativen Transaktionskonzept an, wobei gleichermaßen soziale, politische wie künstlerische Auseinandersetzungen initiiert werden. Inspiriert vom Prinzip des "Gratis-Bazars" Am Schöpfwerk entstand 2006 der erste Kunstmarkt Am Schöpfwerk. Auch heuer sind SchöpfwerkerInnen, KünstlerInnen und alle Interessierten wieder dazu eingeladen, Kunstwerke zu spenden, die von den BesucherInnen ausgesucht und mitgenommen werden können. Zusätzlich beteiligen sich am diesjährigen Kunstmarkt KünstlerInnen, AktivistInnen und "Guides", um sich mit dem Schöpfwerk auseinanderzusetzen. Partizipative ProjekteGirlsOnHorses, Rene H., Reni Hofmüller und Maiken KloserMusikschwerpunktBrandon La Belle (social music kiosk), Dominique aus Berlin (queere indie-pop Band), SambAttac (Polit-Percussion)Guided Tours durch das SchöpfwerkThomas Northoff (Graffitiforscher), Ferry Rodinger (Schöpfwerker "Fremdenführer")InterventionenANRONVIAGDPIOVSA/2007, kampolerta. (pflanz-guerilla)PerformancesKulturdrogistInnen (Die Insel), Anna Witt ("push")ANRONVIAGDPIOVSA/2007ICH RESPEKTIERE DICHDas Label ANRONVIAGDPIOVSA/2007 geht auf die Grazer KünstlerInnen DIVANOVA (Daniela Jauk) und (Erwin/Stefanie) POSARNIG alias Pliant zurück. Mit ICH REPEKTIERE DICH entwickelten sie für den Kunstmarkt ein Multiple, das entsprechend der BewohnerInnenanzahl in einer Auflage von 4950 Stück in Sozialräumen, Cafes, Stiegenhäusern und zur freien Entnahme aufgelegt und verteilt wird. http://grazkunst.at/Brandon La Belle
"Musik zirkuliert, dringt in Räume ein, berührt das Ohr mit Freude und Schmerz und bringt uns zum Tanzen oder Weglaufen. Musik formt soziale Bindungen, zieht ihre Kreise in und um Körper, hat Anteil an individuellen Neigungen und Moden - Musik als Medium für die Transformation der Umgebung. Als Teil vom Kunstmarkt Am Schöpfwerk wird der ‘Social Music Kiosk’ offen sein als Treffpunkt, als Mischpult, als LautsprecherIn zur Verstärkung der von den BewohnerInnen gesammelten und von DJ Ulla Ebner gemixten Musik - der Kiosk wird als Wurzlitzer operieren. Darüber hinaus werden einige Soundaktionen stattfinden: es wird mit TeilnehmerInnen gearbeitet, die während des Kunstmarktes Sound sammeln, der dann in die Musikpräsentation hineingemixt wird - die TeilnehmerInnen werden Informationen aufnehmen und so unterschiedliche Perspektiven in den Mix einbringen, um den Raum für anderen Lärm und andere Stimmen zu öffnen.” Brandon LaBelle DominiqueMusikvideos 2002-2006Die aus Berlin stammende indie-pop Band Dominique formierte sich 1999 als kollektives Musikprojekt mit dem Künstler und Kritiker Dominic Eichler, dem Produzenten Richard Davis, dem Konzeptkünstler Dave Allen und der Malerin Antje Majewski. Der ursprünglichen Gruppe gehörten auch noch viele Gäste aus der Berliner Kunst- und Offszene an. Seither wandelte sich Dominique mehr zu einer richtigen Band als zu einem Kunstprojekt und besteht im Moment aus Ben Clark, Richard Davis, Dominic Eichler, Olivier Simon, Anna Stark und Ninon Liotet. Typisch für Dominiques Musik sind vielschichtige und reiche Einflüsse zusammengetragen in Form akustischen, kollektiven Songschreibens und das Arrangieren queerer gesprochener Texte. Im Jänner 2008 werden sie ihr drittes Album "More Love Now" herausbringen. www.dominiquetheband.comGirlsOnHorsesWir haben Fragen, was habt ihr?"Mit ‚Wir haben fragen, was habt ihr?’ wollen wir konkrete Kommunikation (weniger zwischen den BewohnerInnen und uns, als zwischen den BewohnerInnen an sich) evozieren. Wir versuchen einen Prozess in Gang zu bringen, in dem bestimmte Anliegen, Meinungen, Wünsche etc. Vorort verhandelt werden. Ausgehend von Fragen an die Architektur von Viktor Hufnagl, das Modell des sozialistischen Gemeindebaus an sich und das zusammen, nebeneinander und gegeneinander Leben in so einem Raumkomplex, wollen wir etwas über die sozialen Realitäten im Schöpfwerk erfahren indem wir ein questionnarie, verteilt auf mehrere Poster (und mit genug Raum für Antworten) im und um das Schöpfwerk plakatieren und hoffen, dass die Fragen beantwortet werden oder neue Fragen anregen.
Kennst du Viktor Hufnagl?Was ist ein sozialistischer Wohnbau?Warst du schon einmal in Utopia?Fühlst du dich benachteiligt?Was ist ein soziales Gefüge?Wirst du zugedeutscht?Arbeitest du in deinem Zuhause?Wie heißen deine Heroes?Hat das Schöpfwerk ein Image?Was ist eine Bombenfut?Wieso fühlst du dich provoziert?Liebt Rene Rashid?Liest du Wände?Wie kommt die Botschaft in die Körper?Gehört die Strasse euch?Wem, wenn nicht euch, gehört das Schöpfwerk?Wer sind ‚die’?"Mai Gogishvilli, Biggi Holzwarth und Maiken KloserHoffnungsträgerInnenDie Modedesignerinnen haben mit dem Bassenateam das Projekt "HoffnungsträgerInnen" entwickelt: 100 Lebenswelten und Visionen für ein gutes Leben am Schöpfwerk. 100 Teile Hoffnung als textile Abstraktion von 100 SchöpfwerkerInnen gestaltet. 100 Teile - ein Ganzes.Rene H.Goldene IllusionenEin junger, ehemaliger Schöpfwerker lädt die BesucherInnen des Kunstmarkts in sein Universum goldener Illusionen ein, die er in einem dunklen Raum schweben lässt. Zusehende können mit einfachen Mitteln in das Kunstwerk eingreifen, die Flugbahnen der kurzlebigen Objekte beeinflussen, verändern und in neue Bahnen lenken.Reni Hofmüller"Ich fühle mich frei, wenn ich jedem Menschen in die Augen schauen kann." "Inspiriert von Jochen Gerz's Stadtprojekt ‚Salviamo la luna’ in Mailand wiederhole ich ein Photostatement von Francesco Borlenghi: ‚Ich fühle mich frei, wenn ich jedem Menschen in die Augen schauen kann.’ Er hat es in eine nächtliche Strasse in Mailand gestellt, ich auf eine Promenade in Graz. Sich frei zu fühlen, hängt für jeden Menschen von anderen Umständen ab. Das sollen sie auch ausdrücken und veröffentlichen können, und dafür gibt es Pickerl, auf dem sie den Satz ‚Ich fühle mich frei____________’ vervollständigen können." Reni Hofmüller ist Medienkünstlerin und -aktivistin und lebt und arbeitet hauptsächlich in Graz. http://renitentia.mur.at/kampolertaNutzt den Freiraum! "kampolerta" ist eine Gruppe von LandschaftsarchitektInnen, die künstlerische Interventionen im öffentlichen Raum im Spannungsfeld zwischen Landart und Plantguerilla realisieren.Sie hinterfragen gewohnte Verhaltensmuster und evozieren neue Sichtweisen auf den öffentlichen Raum. Der Freiraum wird zum Experimentierfeld. Ihre Aktionen verwundern, erfreuen und ermutigen zur individuellen Raumaneignung. Ihr dreiteiliger Kunstmarktbeitrag reicht von einer Dokumentation ihrer bisherigen Aktionen über eine neue Aktion vor Ort, die PassantInnen einbezieht und den Kunstmarkt nach Außen sichtbar macht, bis zu einer Kunstmarktspende, die gratis mitgenommen werden kann. Ihre Arbeit spielt dabei mit Perspektivenwechsel und Neuinterpretation des Alltäglichen. KulturdrogerieDie Insel![]() Was hat das Schöpfwerk mit einer Insel gemeinsam? Und wie kann das Schöpfwerk mit diesem Begriff für einen kurzen oder längeren Moment aus seinem großstädtischen Kontext "gerissen" werden? Die Kulturdrogerie zeigt es vor. Thomas Northoff"Was wir sagen, wenn niemand zuhört. Führung zu Botschaften in TextGraffiti" Während einer Führung zu ausgewählten inschriftlichen Botschaften (Text-Graffiti) im Schöpfwerk interpretiert der Schriftsteller und Graffiti-Forscher Thomas Northoff Symbolik und Bedeutung dieser oftmals angefeindeten Art von Kommunikation.Ferry Rodinger"Mein Schöpfwerk" Ferry Rodinger lebt seit 1. April 1979 am Schöpfwerk und erfüllt hier die nicht wegzudenkende Funktion des "Fremdenführers". Für eine Stunde wird er den InteressentInnen einen selbstbestimmten Durchblick zur Anlage verschaffen.SambAttacDie Samba-Bateria des globalisierungskritischen Netzwerks Attac ist eine Verbindung aus Gesinnung und Freude an der Musik. Mit Rhythmen aus den Straßen Brasiliens belebt sie Demos und Veranstaltungen mit Musik und Lebensfreude. Lautstark sind sie unterwegs, um die Öffentlichkeit zu erobern. Um Lust zu machen auf Auseinandersetzung und kritisches Denken. Aber auch darauf, eine andere Welt zu leben. SambAttac spielt für eine offene, soziale und menschliche Welt. SambAttac spielt gegen eine kalte Welt der Konzerne und Armut.Anna Witt"Push", Video, 6 min
Für das 2006 in Venice Beach, Kalifornien, entwickelte Video fragte Anna Witt PassantInnen, sie mit dem polizeilichen Kommando "Get down there!" vor Augen auf die Motorhaube eines nahe liegenden Autos niederzudrücken. Ein alltägliches Motiv einer Verhaftung auf den Straßen von Los Angeles und ein klassisches Motiv der ansässigen Hollywood Filmproduktion. Aber nicht nur. OrganisatorInnen:Franz Brunner, Stefan Hauk, Sabine Haslinger, Markus Hiesleitner, Rudolfine Lackner, Anka Luger, Klara Paterok, Renate SchneeKontakt:Renate Schnee, Sabine Haslinger: 01-667 94 80SponsorInnen:Stadtteilzentrum Bassena, Wien Kultur |

