Internationale Ausstellung für neue TheatertechnikIm Mittelpunkt der „Internationalen Ausstellung für neue Theatertechnik” standen Mechanisierungstendenzen und die Dynamisierung des gesamten Bühnenraumes. Die Ausstellung wurde von Enrico Prampolini und Ferdinand Léger eröffnet. Die Einflüsse des modernen Lebens mit der Erfahrung der Großstadt wurden in eine rhythmisierte Bild- und Raumsprache übersetzt. Treppen, Podeste und Stege beeinflussten die Bewegungen der Schauspieler, führen zu figuralen Abstraktionen aus Farb- und Formelementen, unterstützt von Geräuschkulissen und greller Leuchtreklame. Die abstrakt-mechanischen Entwürfe der Konstruktivisten und Kubofuturisten verstanden sich als revolutionäres Theater, das sich gegen das illusionistische bürgerliche Bildungstheater mit ihren zweidimensionalen Pappdekorationen wandte. Die Bühne sollte als Raum, als leere Bühne wirken, die angelernten Spielkonventionen durch Tanz, Musik, Pantomime und Gebärdensprache ersetzt werden. Die präsentierten Bühnenkonzepte prangerten die starre Guckkastenbühne mit ihren Kulissensystemen an und forcierten die Raumbühne. Auch die österreichischen Beiträge setzen sich mit der Überwindung der traditionellen Guckkastenbühne und der Dynamisierung des Bühnenraumes auseinander. Von diesen Entwürfen seien die „Würfelbühne” des Innsbrucker Architekten Hans Fritz und das „Ringtheater” von Oskar Strnad genannt: ein Bühnenraum, der sich wie ein Ring um einen Mittelkreis legte, in dem die Zuschauer auf amphitheatralisch angeordneten Sitzreihen untergebracht waren. |
