Elisabeth Bergner
Bereits als Gymnasiast verdient Levy Moreno eigenes Geld mit Nachhilfestunden. Elisabeth Bergner, Idol, Mythos, androgynes Schönheitsideal einer Schauspielerin, erinnert sich in ihrer Autobiographie an Levy Moreno, dem Hauslehrer der drei Bergner-Kinder. „Moreno hatte einen Christusbart. Er war groß und schlank und hatte ergreifend schöne blaue Augen, die immer lächelten, und dunkle Haare. Er macht nicht nur Schularbeiten mit uns. Er geht auch mit uns in den Augarten und in den Prater”, schreibt sie in ihrer Lebensbiographie Unordentliche Erinnerungen.
Zwischen 1907 und 1913 war Levy häufig mit einer Schar von Kindern in den Parkanlagen im Wiener Augarten anzutreffen, er deklamierte eigene Gedichte, erzählte Geschichten, die er in dramatisch eindrucksvollen Spielszenen improvisierte. Als die Kinder eigene familiäre Probleme erzählten, ermutigte er sie, diese Konflikte szenisch darzustellen. Dieses „Königreich der Kinder” stellte seinen frühesten Versuch dar, Erlebnisse und sozial belastende Situationen nicht zu erzählen, sondern in der Gruppe in improvisierten Spielaktionen umzusetzen. Als sich 1911 die Eltern von Elisabeth Bergner scheiden ließen, war auch die unbeschwerte Zeit mit ihrem Hauslehrer vorbei, die Wege trennten sich. Als Fünfzehnjährige tritt sie 1912 in die Wiener K. u. K. Akademie für Musik und darstellende Kunst ein. Eine ihrer Mitschülerinnen war Anna Höllering, mit der sie eine enge Freundschaft verband.
Aus München fragt sie 1921 in einem Brief an Albert Ehrenstein nach ihren Wiener Bekannten: „wie geht es Euch? Mir geht es trefflich, nur habe ich wahnsinnig zu tun. Wie geht es all Euren Hildepepis, Lamplbergers, Carlfridas und Morenodirsztays?” Die Bergner arbeitete stetig an ihrem Erfolg als Schauspielerin, übersiedelte 1922 nach Berlin, feierte Triumphe im Theaterimperium von Max Reinhardt. Obwohl Moreno Elisabeth Bergner als Aktivistin in seinem Stegreiftheater in den Jahren 1923 und 1294 nennt, konnte ihre Mitwirkung bisher nicht nachgewiesen werden.
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